17.07.2019

Konzert 5

Konzert 5

Dienstag, 12. März, 20 Uhr

Bürgersaal, Bissendorf

 

Franz Schubert (1797-1828)

Fantasie C-Dur op. 159 D 934

 

Andante molto – Allegretto – Andantino – Tempo I – Allegro vivace – Allegretto – Presto

 

Sergey Malov, Violine                                    

Alfredo Perl, Klavier     

 

Alexandre Tansman (1897-1986)

Suite-Divertissement 

 

- Introduction et Marche

- Sarabande

- Scherzino. (Polka)

- Mélodie (ad lib.)

- Nocturne

- Finale

 

NOTOS - Quartett

 

James Barralet (*1979)

“Folk off!”

 

W. A. Mozart (1756-1791)/Fazil Say (*1970)

Alla turca Jazz Fantasie

 

Brexchange Cello-Ensemble
mit Leonard Rees, Sophie Rees, Johnny Cheng

 

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Franz Schubert (1797-1828)

Lieder nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

 

- Ganymed 
- Gretchen
- Du bist die Ruh
- Die Forelle

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Nino Gvetadze, Klavier                           

 

Fréderic Chopin (1810-1849)

Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21

 

- Maestoso

- Larghetto

- Allegro vivace

 

Natacha Kudritskaya, Klavier    

Daniel Rowland, Violine   

Ana Kirchmayer-Wonnemann, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola           

Maja Bogdanović, Violoncello            

Emilie Allié, Kontrabass


Konzert 5

„O du Entrissne mir und meinem Kusse,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!
Erreichbar nur meinem Sehnsuchtgruße,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!“
Friedrich Rückert/Franz Schubert

Dass Franz Schubert zur Komposition seiner virtuosen Fantasie C-Dur für Violine und Klavier von dem “böhmischen Paganini” Josef Slawik inspiriert wurde, ist klar überliefert, doch wen er mit dem Zitat seines eigenen Liedes „sei mir gegrüßt“ nun konkret meinte, das sei der Phantasie jedes Einzelnen überlassen. Was wir jedoch wissen, ist dass er seiner unerreichbaren Liebe Comtesse Caroline Esterhazy auf ihren Vorwurf, er habe ihr noch kein Werk gewidmet, antwortete: „Wozu denn, es ist Ihnen ja ohnehin alles gewidmet.“ Lauschen wir also dem für beide Instrumente gleichsam virtuosen Werk.

Alexandre Tansman wurde in Łódź als Sohn jüdischer Eltern geboren, war in seiner Jugend schon als Komponist in Polen äußerst erfolgreich, bevor er zunächst nach Frankreich übersiedelte und später über den Süden Frankreichs nach Lissabon und dann in die USA flog. Dort verband ihn eine enge und auch musikalisch produktive Freundschaft mit Igor Strawinsky, und er war vor allem als Filmmusik Komponist in Hollywood tätig. Seinem Suite-Divertissement hört man sowohl den französischen Einfluss als auch den von Strawinsky und Prokofieff.

Ein wahres Multitalent - James Barralet, 1979 in Großbritannien geboren, ist erfolgreich als Cellist, Festivalleiter, Arrangeur, Komponist und Vermittler zwischen Welten. Er hat eine Große Liebe zur Indischen Musik, hat selber sogar das Tabla spielen in Varanassi erlernt und tritt auf der ganzen Welt gemeinsam mit indischen Musikern und Instrumenten auf. Sein „Folk off!“ war ein Auftragswerk des steirischen Kammermusikfestivals, und verbindet traditionelle Musik aus Indien, Ungarn und Russland.

Fazil Say verbindet mit seiner Version des Türkischen Marsches von Wolfgang Amadeus Mozart auch mehrere Welten - Mozart, Jazz, viel Humor und sein eigenes unbändiges Temperamet - Anschnallen und Los!

Gehen wir mit Franz Schubert auf eine Reise. Wir lernen Ganymed kennen, einen Sohn des trojanischen Königs Tros, er war der „Schönste aller Sterblichen“ und wurde von Zeus geliebt. Unruhe überfällt uns am Spinnrade, wir denken über die Gretchenfrage nach, versuchen in der Sehnsucht Ruhe und Frieden zu finden, um dann gleich wieder aufgeregt am Rande des Baches hilflos dabei zuzusehen, wie die Forelle betrogen wird und letztendlich doch am Angelhaken hängt.

Der „Paganini des Klaviers“- mit diesen Worten wurde Chopin schon nach einer privaten Vor-Aufführung seines Konzertes gefeiert, und die Uraufführung war dann auch ein rasanter Erfolg. Das Konzert vereint Sehnsucht, Träumerei, jugendliche Kühnheit, Schmerz und Hoffnung, und mag auch der Grundstein für Chopins internationale Virtuosenkarriere gewesen sein. Obschon es die Bezeichnung Klavierkonzert Nr. 2 trägt, war es doch sein erstes, es wurde lediglich erst später veröffentlicht. Und hier noch eine Beschreibung des Virtuosen Chopin: „Kraft, Geläufigkeit und vor allem Empfindung sind seine Hauptvorzüge, und der Anschlag einer jeden Taste ist bei ihm ein Ausdruck des Herzens.“