17.07.2019

Konzert 4

Karten gibt es an der Abendkasse

Konzert 4

Montag, 11. März, 20 Uhr

Schlossaula der Universität Osnabrück

 

Franz Schubert (1797-1828)

Marsch D 733 op. 51

 

Camille Saint-Saëns (1835-1921)

Der “Schwan”

Solo: Floora Valila

Tutti- Cello-Ensemble, Ltg.: David Cohen

 

Reinhold Glière (1875-1956)

Aus: 8 Morceaux op. 39

 

- Berceuse

- Canzonetta

 

Daniel Rowland, Violine   

Maja Bogdanović, Violoncello 

           

Gabriel Fauré (1845-1924)

La Bonne Chanson op. 61

Nach Gedichten von Paul Verlaine (1844-1896)

 

- Une Sainte en son auréole (Eine Heilige in ihrem Scheine)
- Puisque l‘aube grandit (Da nun der Morgen dämmert)
- La lune blanche luit dans les bois (Der weiße Mond strahlt in den Wäldern)

- J‘allais par des chemins perfides (Ich wanderte auf treulosen Wegen)
- J‘ai presque peur, en vérité (In Wahrheit habe ich fast ein bisschen Angst)
- Avant que tu ne t‘en ailles (Bevor du gehst)
- Donc, ce sera par un clair jour d‘eté (An einem hellen Sommertage)

- N‘est-ce pas? (Nicht wahr?)
- L‘hiver a cessé (Der Winter ist zu Ende)

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Sergey Malov, Violine                                    

Adrian Wonnemann, Violine   

Vladimir Mendelssohn, Viola           

David Cohen, Violoncello

Alfredo Perl, Klavier    

 

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Claude Debussy ( 1862-1918)

Klaviertrio G-Dur L. 3

 

- Andantino con moto allegro

- Scherzo – Moderato con allegro

- Andante Espressivo

- Finale - Appassionato

 

Daniel Rowland, Violine   

Maja Bogdanović, Violoncello            

Natacha Kudritskaya, Klavier    

 

Eugene Ysaÿe (1858-1931)

Violinsonate op. 27 Nr. 2 a-Moll “Obsession”

Jacques Thibaud gewidmet

 

- Poco vivace

- Malinconia: poco lento

- Sarabande “Danse des Ombres”: Lento

- Les furies: Allegro furioso

 

Sergey Malov, Violine                                    

 

Heitor Villa-Lobos (1887-1959)

Bachiana Brasileira Nr. 5  “Aria”

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Brexchange Cello-Ensemble mit

Leonard Rees, Sophie Rees, Johnny Cheng

 




Konzert 4

„Die Vergangenheit und die Erinnerung haben eine unendliche Kraft“
Wilhelm von Humboldt

Eine der bekanntesten Melodien von Franz Schubert stammt aus dem Marsch Nr. 1 op. 51. Sie hat es sogar bis in die Walt Disney Studios geschafft - und zwar in den 1932 entstandenen Kurzfilm „Santa’s workshop“. Ursprünglich hatte Schubert den Marsch als ein Lehr-Stückchen am Hofe Esterhazy in Ungarn komponiert, wo er für einen Sommer als Musiklehrer für die Töchter des Hofes eingestellt war.

Und jetzt locken uns die Kinder des Celloorchesters zusammen mit David Cohen an einen weiten, ruhigen See, auf dem ein prachtvoller, erhabener Schwan hin und her gleitet. Der Schwan von Camille Saint-Saëns ist das einzige Stück aus seinem „Karneval der Tiere“, zu dem er zu seinen Lebzeiten gestanden hat, die anderen „Tiercollagen“ wollte er zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlichen.

Reinhold Glière, der aus einer Geigenbauer-Familie mit jahrhundertelanger Tradition stammte, schrieb im Jahre 1909 Acht Stücke für Violoncello&Violine op. 39. Sie sind in der Form einer barocken Suite aufgebaut, und auch die einzelnen Sätze erinnern in ihrer Form und Art sehr an Werke von Johann Sebastian Bach. Glière war lange Zeit Kompositionslehrer und sogar Direktor des Konservatoriums Kiew, seiner Heimatstadt, und unterrichtete auch später an dem Moskauer Konservatorium. Einer seiner Starschüler war übrigens Sergey Prokofiev.
Aus den 8 Stücken hören wir heute die bezaubernde „Berceuse“ - auf deutsch „Wiegenlied“ und darauf folgend die romantisch-schwelgerische „Canzonetta“.

„Ich habe noch nie etwas so spontan geschrieben wie La Bonne Chanson…“ gesteht Gabriel Fauré - Grund hierfür ist seine Liebe zur Sängerin Emma Bardac-Moÿse, der späteren Madame Debussy. Grundlage für seinen Liederzyklus waren Gedichte von Paul Verlaine, die er wiederum im Liebesschwarm für seine Verlobte Mathilde Mauté schrieb. Wir erwarten also einen regelrechten Überfluss an Romantik, Liebe und Schwärmerei… Heute hören wir die vom Komponisten selbst überarbeitete Version des Liederzyklus’, das er für Sopran und Klavier schrieb. Durch das Hinzufügen eines Streichquartetts dürfen wir uns auf eine große musikalische Farbenpracht freuen.

Wir treffen nun abermals auf Madame Nadeshda von Meck, die wir als Gönnerin von Tschaikowsky bereits kennengelernt haben. Sie war es nämlich, die Claude Debussy, den sie den  „kleinen Franzosen“ nannte, dazu drängte, ein Klaviertrio zu schreiben, nachdem sie ihn als Musiklehrer und Musizierpartner unter Vertrag genommen hatte. Für den jungen Debussy war das nicht nur ein lukrativer Nebenjob, sondern auch die Tür in die weite Komponisten-Welt, die sich so für ihn öffnete - in ihrer Bibliothek lernte er die neuesten russischen Komponisten kennen, und gemeinsame Reisen brachten ihn erstmalig nach Wien, Moskau, in die Schweiz und nach Italien, wo er dann auch sein Klaviertrio schrieb.

Eugène Ysaÿe reiht sich mit seinen sechs Sonaten direkt hinter Bach und Paganini ein, und genau das war auch der Anstoß für seine Werke: Er fand es an der Zeit, daß mal wieder ein bedeutender Zyklus für Solo-Violine geschrieben werden musste. Jede seiner sechs Sonaten widmete er einem Violinvirtuosen seiner Zeit - die Sonate „Obsession“ schrieb er für seinen Freund Jacques Thibaud. Unüberhörbar sind darin die Zitate des Dies Irae und der Partita E-Dur von Johann Sebastian Bach, mit der Jacques Thibaud tagtäglich sein Übeprogramm begann.

Und auch Heitor Villa Lobos lädt uns ein, Johann Sebastian Bach noch ein wenig weiter zu verehren. Er widmet ihm eine Reihe von 9 Werken, die er nach einem längeren Paris-Aufenthalt in Gesellschaft von Strawinsky, Poulenc und  Prokofieff schrieb und „Bachianas Brasileiras“ nannte. Mit der Verschmelzung der Folklore seiner geliebten Heimat und der Musik Bachs ist Villa-Lobos eine Art Weltmusik gelungen, die in den 30er Jahren sicherlich seinesgleichen sucht.