17.09.2019

Konzert 2

Konzert 2

Samstag, 9. März, 20 Uhr

medicos.Osnabrück

 

Pablo Casals (1876-1973)

Chant des oiseaux

 

David Cohen

Brexchange Cello Ensemble
mit Leonard Rees, Sophie Rees, Johnny Cheng

 

Antonio Vivaldi (1678-1741)

Konzert für 2 Celli in g-Moll RV 531

Arr.: Orfeo Mandozzi

 

Allegro – Largo – Allegro II

 

Maja Bogdanovic 
Urška Horva

Brexchange Cello Ensemble
mit Leonard Rees, Sophie Rees, Johnny Cheng

 

 

Osvaldo Golijov ( *1960)

 ZZ’s Dream

 

Claude Debussy (1862-1918)

Rêverie

 

Natacha Kudritskaya, Klavier    

 

Jean Françaix (1912-1997)

Divertissement für Klavierquartett

 

- Allegretto giocoso

- Scherzo. Vivo

- Andante. Lento

- Finale. Prestissimo

 

NOTOS Quartett

 

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Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)

Auswahl aus den Gellert-Oden

Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

 

- Geduld (Piano solo)
- Morgengesang
- Passionslied
- Preis des Schöpfers
- In Krankheit
- Die Ehre Gottes aus der Natur
- Prüfung am Abend (Piano solo)
- Wider den Übermut

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Alfredo Perl, Klavier     

 

 

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66

 

- Allegro energico e con fuoco

- Andante espressivo

- Scherzo. Molto allegro quasi presto

- Finale. Allegro appassionato

 

Nino Gvetadze, Klavier                           

Daniel Rowland, Violine   

Maja Bogdanović, Violoncello            


Konzert 2

„Seid Ihr denn
Des Wachens auch gewiß? Mir scheint's, wir schlafen,
Wir träumen noch.“
Demetrius

Der Katalane Pablo Casals, der die Franko-Diktatur miterlebte, vor ihr floh und aus dem Exil alles versuchte, um seinen über die Pyrenäen fliehenden Mitbürgern zu helfen, erzählt uns über sein Chant des oiseaux: „Als ich nach dem Spanischen Bürgerkrieg bereits im Exil lebte, machte ich es mir zur Gewohnheit, alle meine Konzerte und Musikfestspiele mit einem alten katalanischen Volkslied zu beschließen, das in Wirklichkeit ein Weihnachtslied ist. Es heißt ‚El Cant dels Ocells‘, ‚Der Gesang der Vögel‘. Seither ist diese Melodie zum Lied der heimwehkranken spanischen Flüchtlinge geworden.“

Von den Pyrenäen ziehen wir weiter nach Osten, und zwar ins barocke Venedig, wo uns Antonio Vivaldi mit seinem klangfreudigen, spielerisch extrovertierten, im langsamen Mittelsatz aber äußerst expressiven Doppelkonzert für zwei Celli erwartet.

Osvaldo Golijov vertonte für uns folgenden Traum von  ZZ - mit vollem Namen Zhuang Zhou, bzw. Meister Zhuang, ein bedeutender chinesischer Philosoph und Dichter des 3. Jh. vor Christus.
»Zhuang Zhou träumte, er sei ein Schmetterling, der fröhlich umherflatterte und nichts wusste von Zhuang Zhou. Nach dem Erwachen fragte sich Zhuang Zhou: ›Bin ich nun Zhuang Zhou, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, er sei Zhuang Zhou?‹«

Der Name ist Programm - der noch junge Claude Debussy entführt uns mit seiner „Reverie“ wahrhaft in entspannteste Traumwelten…

Aus der Tiefenentspannung holt uns nun Jean Françaix wieder heraus, und zwar mit seinem Divertissement, einem spannenden und äußerst virtuosen Werk voller Spielwitz und französischem Charme. Von den vier Sätzen lässt uns der erste an Zirkus oder Pantomime denken, der zweite ist ein skurriles Scherzo, der dritte hat eine wunderbar impressionistische und verträumte Stimmung und der vierte ist ein virtuoser Rausschmeisser, der den Startschuss für unsere Pause gibt.

„Herrn Professor Gellerts geistliche Oden und Lieder mit Melodien“ war Carl Philipp Emanuel Bachs erste Liedsammlung, und diese machte ihn schlagartig zu einem der angesagtesten  Liedkomponisten. Auch wenn heutzutage vielleicht nicht mehr jeder von uns Christian Fürchtegott Gellert kennt, war er zu seiner Zeit der beliebteste Dichter Deutschlands. Wieviel Vertrauen der Komponist zu den ausführenden Musikern hatte, lesen wir hier: „Ich habe meinen Melodien die nöthige Harmonie und Manieren beygefügt. Auf diese Art habe ich sie der Willkür eines steifen General-Baß-Spielers nicht überlaßen dürfen, und man kann sie also zugleich als Handstücke brauchen. Da die Singestimme allezeit in der Höhe liegt, so werden ungeübte Hälse dadurch eine große Erleichterung spüren.“ Ob unsere Sopranistin dem zustimmt, werden wir sie nach dem Konzert fragen!

„Ohne Frack, ohne Klavier, ohne Visiten-Karten, ohne Wagen und Pferde, aber auf Eseln, mit Feldblumen, mit Notenpapier und Zeichenbuch, mit Cecile und den Kindern, doppelt wohl“ - so schwärmt Felix Mendelssohn Bartholdy von seinen Ferien 1845, die er in den idyllischen Hügeln des Taunusstädtchens Bad Soden verbrachte. Das Trio, das nach Mendelssohn selbst für das Klavier „ein bisschen eklig“ zu spielen sei, kündigt mit seinen drängenden Themen, großen Steigerungen und dazu kontrastierenden Melancholien und Sentimentalitäten schon die Hochromantik an - und was ist das? Im atemlosen Scherzo finden wir uns auf einmal in einer grotesken Spukszene wieder, die uns an den Sommernachtstraum erinnert!