20.08.2017

Konzert 14

Konzert 14 – „Abscheulichkeiten“ ?

 

Nein, selbstverständlich haben wir heute keine Abscheulichkeiten für Sie zusammengestellt - dafür aber eine kleine Geschichte.

Camille Saint-Saëns, dessen erfolgreichstes Werk, den Karneval der Tiere, wir heute Vormittag gehört haben, ließ sich zu folgender Aussage über Debussys Kompositionen hinreißen: „wir müssen mit aller Macht die Tür für jemanden geschlossen halten, der solcher Abscheulichkeiten fähig ist, sie würden ja sogar neben Kubistische Gemälde passen.“

Für unsere Ohren schwer nachzuvollziehen, doch für Camille Saint-Säens, der großen Respekt vor seinen Komponistenkollegen hatte, und sogar die Société Nationale de Musique gegründet hatte um junge Komponisten zu fördern, war die Musik Debussys und seiner impressionistischen Kollegen einfach zu modern und fremd. 

Auch Maurice Ravel können wir zu den Impressionisten zählen - tauchen wir nun also in die Klangwelt ein und überlegen, was daran wohl Saint-Saëns so sehr hatte missfallen können. 

„Meine Mutter, die Gans“ klingt auf den ersten Blick tatsächlich etwas befremdlich, der Titel beruht jedoch auf einer Märchensammlung Charles Perraults mit dem Untertitel „Contes de ma mère l’oye“, die Ravel zu diesem Werk inspiriert haben. 

"Mon dieu, wie ist das schwer zu spielen, dieses Stück vereinigt in sich, wie es mir scheinen will, alle Arten mit dem Klavier umzugehen, denn es verbindet Kraft und Anmut, wenn ich so sagen darf…" Diese Worte stammen von Claude Debussy selbst, er meint sein „l’isle joyeux“, das wir nach dem wunderschönen „Claire de lune“ hören werden.

Die wohl bekannteste „Habanera“ ist die der Carmen aus der gleichnamigen Oper Georges Bizets - Maurice Ravels Version des ursprünglich aus Havanna stammenden Tanzes erscheint dagegen viel zarter. Nach dem Bravourstück „Tzigane“ gehen wir beschwingt in die Pause.

 

Der gebürtige Rumäne Georges Enescu war gerade einmal 19 Jahre alt, als ihm sein Geniestreich, das Oktett op. 7, gelang. Er war drei Jahre zuvor nach Paris gekommen, um bei Jules Massenet und Gabriel Fauré Kompositionsunterricht zu nehmen. Wir hören vielerlei Einflüsse aus seinem kosmopoliten Leben, neben Volksmelodien aus seiner Heimat und Einflüssen aus der orthodoxen Kirchenmusik finden wir das Wien der Brahmszeit und das Paris des fin de siècle. Alles das verschmilzt zu einem einsätzigen Monumentalwerk, in dem das Hauptthema immer wieder auftaucht und poetische Wendepunkte darstellt.

 

Konzert 14

Samstag, 29. April 2017, 20 Uhr

Schlossaula der Universität Osnabrück     

Konzert des Schirmherrn Burkhard Jasper, MdL

Kooperationspartner: Universität Osnabrück, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik

 

Maurice Ravel (1875-1937)

Ma mère l’oye

Für Klavier zu vier Händen

 

Pavane de la Belle au bois dormant

Petit poucet (Der kleine Däumling)

Laideronette, impératrice des pagodes (Die grüne Schlange)

Les entretiens de la belle et de la bête (Die Schöne und das Biest)

Le jardin féerique (Der märchenhafte Garten)

 

Nino Gvetadze, Klavier                                          

Alfredo Perl, Klavier      

 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Violinsonate e-Moll KV 304

Allegro

Tempo di menuetto

 

Daniel Rowland, Violine

Alfredo Perl, Klavier

 

Claude Debussy (1862-1918)

Clair de lune

L’isle joyeuse 

 

Nino Gvetadze, Klavier

 

 

Maurice Ravel (1875-1937)

Pièce en forme de Habanera für Violine und Klavier

 

Sergey Malov, Violine

Julia Okruashvili, Klavier

 

Maurice Ravel (1875-1937)

Tzigane, Konzert-Rhapsodie  für Violine und Klavier

 

Sergey Malov, Violine

Julia Okruashvili, Klavier

-  Pause  -

 

 

 

 

George Enescu (1881-1955)

Streichoktett op. 7 für 4 Violinen, 2 Violen und 2 Violoncelli

 

Très modéré

Très foughueux

Lentement

Moins vite. Mouvement de Valse

 

Daniel Rowland, Violine

Francesco Sica, Violine  

Karolina Weltrowska, Violine

Hugo Ticciati, Violine

Gareth Lubbe, Viola

Vladimir Mendelssohn, Viola

David Cohen, Violoncello

Julian Arp, Violoncello