16.12.2017

Konzert 10

Konzert 10 - „der Paganini des Klaviers“

 

In der langen friedvollen Zeit nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 entwickelte sich in ganz Europa, allen voran in der Metropole Paris, ein sorgloses Lebensgefühl, was fruchtbarer Boden für neue Entwicklungen, künstlerische Schöpfungen und Befreiung von Zwängen nach sich zog. Diese Zeit wird im Nachhinein als „belle époque“ bezeichnet, wenngleich den Protagonisten nicht bewusst war, dass sie sich in einer endlichen „schönen Epoche“ befanden, die mit Ausbruch des ersten Weltkrieges dann auch ihr abruptes Ende erfuhr. 

In diese Zeit können wir die zwei Weltausstellungen in Paris 1889, für die der Eiffelturm errichtet wurde, und 1900 einordnen. Ebenso seien als wichtige Neuerungen die Entdeckung der Röntgenstrahlen und des Radiums genannt, sowie Einsteins Relativitätstheorie, Siegmund Freuds Psychoanalyse, wichtige Mikrobiologische Entdeckungen Robert Kochs, in der Politik die Gründung sozialistischer Parteien und in der Damenmode die Abschaffung des Korsetts. Vorbote des Endes der Epoche und dem Glauben an die Allmacht der Technik war der Untergang der Titanik 1912. 

 

Kunst und Kultur entwickelten sich in der Zeit der „belle époque“ besonders intensiv und vielfältig, und vor allem das gab der Zeit ihren glänzenden Namen. Von dieser künstlerischen Vielfalt können wir uns beim Hören der Werke Milhauds, Debussys, Enescus und Ysaÿes überzeugen - und auch die Musik Poulencs mischt sich wunderbar dazu, wenngleich er die „belle époque“ nur als Kind miterleben durfte. 

 

Nach der Pause kommen wir zu unserem „Paganini des Klaviers“. Mit diesen Worten wurde Chopin schon nach einer privaten Vor-Aufführung seines Konzertes gefeiert, und die Uraufführung war dann auch ein rasanter Erfolg. Das Konzert vereint Sehnsucht, Träumerei, jugendliche Kühnheit, Schmerz und Hoffnung, und mag auch der Grundstein für Chopins internationale Virtuosenkarriere gewesen sein. Obschon es die Bezeichnung Klavierkonzert Nr. 2 trägt, war es doch sein erstes, es wurde lediglich erst später veröffentlicht. 

 

„Alle Vorzüge eines wahren Klaviervirtuosen vereinen sich bei Herrn Chopin in höchster Vollendung: Kraft, Geläufigkeit und vor allem Empfindung sind seine Hauptvorzüge, und der Anschlag einer jeden Taste ist bei ihm ein Ausdruck des Herzens. Das Warschauer Publikum wusste das seltene Talent seines Landsmannes zu schätzen, der ihm bald in fernen Ländern zur Ehre gereichen und sein Stolz sein wird; donnernder Beifall empfing und entließ den auftretenden Künstler, dessen frappierende Bescheidenheit noch die Wertschätzung seines Talents erhöht“, so die Warschauer Zeitung.

Konzert 10

Donnerstag, 27. April 2017, 20 Uhr

Bergkirche Osnabrück

 

Francis Poulenc (1899-1963)

Trio für Oboe, Fagott und Klavier

 

Presto: Lent – Presto

Amdamte: Andante con moto

Rondo: Très vif

 

Blanca Gleisner, Oboe

Benedikt Seel, Fagott

Carsten Schmidt, Klavier

 

Darius Milhaud (1892-1974)

Suite für Violine, Klarinette und Klavier op. 157b

 

Ouverture

Divertissement

Jeu

Introduction et Finale

 

Sergey  Malov, Violine    

Lauri Sallinen, Klarinette            

Julia Okruashvili, Klavier

 

Claude Debussy (1862-1918)

Violinsonate g-Moll

 

Allegro vivo

Intermède – Fantasque et léger

Finale – Très animé

 

Daniel Rowland, Violine 

Julia Okruashvili, Klavier

 

 

George Enescu (1881-1955)

Impressions d’enfance, op. 28:

- Ménétrier

 

Sergey  Malov, Violine

 

Eugène Ysaÿe (1858-1931)

Ballade, Enescu gewidmet

 

Sergey  Malov, Violine

           

- Pause -

Frédéric Chopin (1810-1849)

Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21

Für Klavier und Streichquartett

Maestoso

Larghetto

Allegro vivace

 

Nino Gvetadze, Klavier

Daniel Rowland, Violine 

Francesco Sica, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola

David Cohen, Violoncello